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Für immer von Maja Lunde

    Was für ein Geschenk! Die schwer krebskranke Jenny, eine ehemalige Kriegsfotografin, erfährt, dass die Zeit aufgehört hat zu fließen. Zwar wirkt alles normal, die Menschen leben ihr gewohntes Leben weiter, doch gibt es kein Altern und keinen Tod. Bestattungsunternehmen und Geburtsstationen sind arbeitslos. Doch der „Stillstand“ bringt die Gesellschaft bald an ihre Grenzen. Es gibt Solidaritätskundgebungen und Gegendemonstrationen; Verschwörungserzählungen sprießen. Mit ihrer Kamera macht Jenny sich auf, die Menschen und den geheimnisvollen „Stillstand“ zu ergründen …
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Russische Spezialitäten von Dmitrij Kapitelman

    Ein Laden in Leipzig in den 1990er Jahren: Hier kaufen Russen, Weißrussen, Moldawier, Ukrainer die aus ihren Herkunftsländern gewohnten Spezialitäten, hier wird gemeinsam gearbeitet und gefeiert. Dima, der Sohn der ukrainischen Inhaberfamilie, hat hier seine Jugend verbracht, seine Eltern haben russisch-moldawisch-jüdischen Background. Doch nun, seit dem russischen Angriff auf die Ukraine, ist alles anders. Außerdem stellt sich Dimas patente, geliebte Mutter auf die Seite Putins, Argumentieren ist zwecklos. Dima beschließt, ins kriegsgeplagte Kijiw zu fahren …

Wackelkontakt von Wolf Haas

    Wie ist es, wenn man ein Buch liest und mehr und mehr den Eindruck bekommt, dass man mit der Hauptfigur verbunden ist, ja dass man selbst in dem Buch vorkommt? Dass die Handlung die eigene, sich gerade abspielende Gegenwart beschreibt? Der Trauerredner Franz Escher, ein schräger Einzelgänger mit Hang zum Puzzle-Spiel, wartet auf einen Elektriker, der ihm einen Wackelkontakt reparieren soll. Das Buch, das er in der Wartezeit liest, handelt von einem jungen Mafioso, der in seiner Haft ein Buch liest … Eine faszinierende Lese-Schleife mit einem überraschenden Ende.

Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O´Mahony

  Ein Schmöker definiert sich als ein dickerer, inhaltlich weniger anspruchsvoller, aber zugleich fesselnder Roman. Und dieses Buch liest sich ebenfalls wie ein kleiner Schmöker, jedoch mit dem Unterschied, daß es nicht nur spannend ist, zugleich aber ein anspruchsvolles geschichtsträchtiges Thema zum Inhalt hat. Es geht um die Hungersnot 1849 in Irland, ausgelöst durch die Kartoffelfäule und die Landvertreibung des irischen Volkes  durch die englischen Grundherren. Dem irischen Mädchen Honora wird im Leben nichts geschenkt. Von Kind an auf sich allein gestellt und ausgegrenzt, wächst sie in Armut auf. Um nicht zugrunde zu gehen, fährt sie als blinder Passagier mit einem Schiff nach Amerika, wo sie vom Regen in die Traufe kommt, und unter sklavenartigen Umständen als Zimmermädchen schuften muß. Mit ihrer Kollegin flieht sie in den Westen. Dort steckt man sie in ein Bordell, wo sie wie e...

Jeder weiss, dass deine Mutter eine Hexe ist von Rivka Galchen

  In „Jeder weiss, dass deine Mutter eine Hexe ist“ erzählt die Autorin Rivka Galchen von dem historisch belegten Hexenprozess (1615-21) aus der Perspektive der angeklagten Katharina Kepler - der Mutter des Astronomen Johannes Kepler - gemischt mit Dokumenten, Zeugenbefragungen und dem Bericht eines hilfreichen Nachbarn. Über fünf Jahre lang musste sich Katharina Kepler aus Leonberg gegen den Vorwurf verteidigen, sie sei eine Hexe. Zu den damaligen Zeiten war das kein leichter Vorwurf, allein in Europa wurden zu diesen Zeiten mehrere zehntausend Menschen als Hexe zu Tode verurteilt; die meisten von ihnen waren Frauen wie die Keplerin, eigensinnig, scharfzügig und beschlagen in Heilkräuterkunde. Der Prozess nimmt Fahrt auf, als eine Bekannte aus dem Ort, die Glasersfrau Ursula Reinhold, die Keplerin beschuldigt, sie mit einem Hexentrunk vergiftet zu haben. Die Folgen davon sollen sein: Schmerzen und Unfruchtbarkeit. Katharina beschließt, was nur jemand kann, der furchtlos ist: sie ...

Die Reise nach Laredo von Arno Geiger

Karl V. hat lange über ein schier unermessliches Reich geherrscht. Doch nun hat er der Machtpolitik den Rücken gekehrt und sich in ein abgeschiedenes Kloster im spanischen Yuste zurückgezogen. Von seinen Hofschranzen können es manche gar nicht erwarten, ihren abgedankten, fettleibigen und kranken König tot zu sehen, um nur rasch aus dem kleinen Nest wegzukommen. Da ist aber noch der elfjährige, von seiner Mutter getrennte Geronimo, der nicht weiß, dass er ein leiblicher, illegitimer Sohn Karls ist (später wird er unter dem Namen Don Juan d'Austria berühmt sein). Greife, die prächtigen Fabelwesen, haben es ihm angetan, und in Karls Wohnung hängt ein Wandteppich mit einem Greif: "Sieh ihn dir an, wenn ich tot bin.", sagt er dem Kind. Ob das am Ende in Erfüllung gehen wird?  Noch ganz andere Dinge scheinen plötzlich in Erfüllung zu gehen: ein Ausbruch Karls aus seinem Totenbett, eine lange Reise mit seinem Sohn durch Spanien ans Meer, auf der sich seltsame Dinge ereignen, au...

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg und Julius Thesing

  In dem Comicroman „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“ geht es um Lisa, eine Schülerin, die sich von ihrem trostlosen Alltag durch ihre Leidenschaft für Computer und die Suche nach Leben im Weltall ablenkt. Als jedoch ein Raumschiff im Wald hinter ihrem Haus landet und Walter, ein außerirdischer Reisender, unabsichtlich zurückgelassen wird, verändert sich Lisas Leben. Walter stammt nämlich von einem Planeten, auf dem Werte wie Zuneigung und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen, was im genauen Gegensatz zu Lisas Umfeld steht. Denn zuhause sowie in der Schule ist sie eine isolierte Außenseiterin. Durch Walters Hilfe schafft es Lisa in kleinen Schritten, für sich einzustehen und langsam an Selbstbewusstsein zu gewinnen. Sibylle Berg und Julius Thesing, der das Buch illustriert hat, schaffen es mit ihrer herzerwärmenden Geschichte über Mobbing, Freundschaft und Selbstfindung zu zeigen, dass es okay ist, anders zu sein, und man sich nicht für andere verstellen muss. (J.A.)  Si...