Ein großartiger Geschäftsmann ist dieser Heinrich Schliemann! Nach einer Kaufmannslehre hat sich der Sohn eines brutalen und versoffenen Pfarrers aus dem mecklenburgischen Kaff Ankershagen zu einem der reichsten Männer Europas hochgearbeitet. Mal von Panama, dann von Sacramento, aber zumeist von Sankt Petersburg aus dirigiert der Sprachbegabte seine Geschäfte. Weniger glückhaft sind seine Frauenbeziehungen. Doch hinter all dem steht ein Traum aus Kindertagen, seit er die Werke Homers, Ilias und Odyssee, in der deutschen Übersetzung gelesen hat: die mythische Stadt Troja zu finden und auszugraben. Ohne Ausbildung oder Studium gelingt dem besessenen Autodidakten die Weltsensation. Dass er dabei vieles falsch gedeutet und sogar zerstört hat, wird ihm erst spät bewusst. Und was hat sein zwanghaftes Schaffen mit der lebenslangen Sehnsucht nach seiner Kindheitsfreundin Minna aus dem heimatlichen Ankershagen zu tun? Gregor Sander: Troja, später Nachmittag. Verlag Penguin. 24,70 Euro[A...
Die Journalistin Alma kehrt nach vielen Jahren zurück nach Triest, den Ort ihrer Kindheit. Ihr Vater hat ihr ein Erbe hinterlassen, von dem sie nur weiß, dass Vili es ihr übergeben soll. Vili, ihr Kindheitsfreund, der in Almas Familie aufwuchs, weil seine regimekritischen Eltern ihn aus dem serbischen Teil von Jugoslawien weg und im Westen in Sicherheit wissen wollten. Almas Vater, selbst aus Jugoslawien stammend, zieht es immer wieder in den Osten, keiner weiss genau, was er im Umkreis von Jossip Tito eigentlich macht. Manchmal darf die kleine Alma ihn zu Zusammenkünften auf die Insel Brioni begleiten, was sie immer mit Stolz erfüllt. Almas Großeltern mütterlicherseits repräsentieren die andere, die altösterreich-bürgerliche Welt der Monarchie und geben Almas Leben eine gewisse Stabilität, die sie auch von der Mutter, die als Pflegerin in der fortschrittlichen Irrenanstalt von Triest arbeitet, ...