Die Journalistin Alma kehrt nach vielen Jahren zurück nach Triest, den Ort ihrer Kindheit. Ihr Vater hat ihr ein Erbe hinterlassen, von dem sie nur weiß, dass Vili es ihr übergeben soll. Vili, ihr Kindheitsfreund, der in Almas Familie aufwuchs, weil seine regimekritischen Eltern ihn aus dem serbischen Teil von Jugoslawien weg und im Westen in Sicherheit wissen wollten. Almas Vater, selbst aus Jugoslawien stammend, zieht es immer wieder in den Osten, keiner weiss genau, was er im Umkreis von Jossip Tito eigentlich macht. Manchmal darf die kleine Alma ihn zu Zusammenkünften auf die Insel Brioni begleiten, was sie immer mit Stolz erfüllt. Almas Großeltern mütterlicherseits repräsentieren die andere, die altösterreich-bürgerliche Welt der Monarchie und geben Almas Leben eine gewisse Stabilität, die sie auch von der Mutter, die als Pflegerin in der fortschrittlichen Irrenanstalt von Triest arbeitet, ...
Ein Schiffsunglück im Jahr 1858: An Bord ist Henriette Wulff, die lebenslange Seelenfreundin des Dichters Hans Christian Andersen, die sich mit der Überfahrt nach Amerika eigentlich aus der jahrzehntelangen platonischen Liebe verabschieden wollte. Auf einer Tür im Meer treibend formuliert sie ihre Gedanken über ihr beider Leben als nie geschriebene Briefe an Andersen, der sich seiner Liebe nie körperlich stellen konnte. Umgekehrt beichtet ihr Andersen sein Leben und seine Gefühlswelt in echten Briefen, die umso brisanter werden, je mehr in Kopenhagen über das Seeunglück bekannt wird. Die Liste der Überlebenden wird zum Objekt der Angst und Vermeidung - welche von Hans Christians Bekannten stehen darauf, welche nicht? Kann ein Schriftsteller mit seiner Literatur die Tatsachen verändern oder gar einen Mensch retten? Und wer schreibt eigentlich wem in diesem stummen Dialog? Ein wunderbar geflochtener Roman, der auch den Wien-Bezug des berühmten dänischen Dichters nennt....