Direkt zum Hauptbereich

Die Verlobten des Winters von Christelle Dabos



Ophelia verbringt ihre Zeit am liebsten in ihrem Museum. Sie versteckt sich hinter ihrer großen Brille und einem überdimensionalen Schal. Außerdem redet sie viel zu leise, ist tollpatschig und behält ihre Meinung lieber für sich. Sie ist ein stiller Betrachter der Dinge und eine Leserin. Sie kann Gegenstände lesen und auch durch Spiegel reisen.
Mit einer begehrenswerten jungen Frau, der man auch ein Leben am Hof zutrauen würde, hat sie nichts gemeinsam. Trotzdem wird sie von den Doyennen, die die Regeln auf ihrer Arche bestimmen, ausgewählt den Adligen Thorn zu heiraten. Sie soll mit einem Luftschiff auf eine andere Arche gebracht werden, auf den eisigen Pol, um einen Mann zu heiraten, der von der Heirat so unbegeistert ist, wie sie selbst und sich nicht weniger für sie interessieren könnte.

Doch anstatt in den Hof eingeführt zu werden, wird sie versteckt gehalten. Ihr Verlobter ist nicht nur ein unausstehlicher wortkarger Griesgram, er ist auch einer der meistgehasstesten Menschen auf seiner Arche. Ophelia wird in ein gefährliches Spiel verwickelt. Wem kann sie trauen? Und was ist noch Wirklichkeit oder eine Illusion? Und warum ist sie überhaupt hier? Warum sollen sie und Thorn heiraten?
Sie ist alleine unter Menschen, die ohne zu berühren verletzen können, Illusionen weben oder das Bewusstsein anderer manipulieren können.
Ihre einzige Vertrauensperson ist ihre Tante Rosalinde, ihre Anstandsdame. Doch deren einzige Fähigkeit ist es Papier mit ihren Fingern zu restaurieren und wiederherzustellen...

Mich hat der erste Band der Reihe "Die Spiegelreisende" begeistert. Das Buch ist einer wirklich schönen Sprache verfasst, was zum Lesevergnügen beiträgt. Obwohl es ja alles schon einmal gegeben hat und Fantasybücher boomen, fühlt sich die Welt, die Christelle Dabos geschaffen hat originell und neu an  Die beiden Protagonisten sind erfrischend anders und das Buch hat einige Wendungen, die ich so nicht kommen sehen habe.
Manche Figuren wirken karikiert, was mir aber auch sehr gut gefallen hat, bei Zeiten hatte es für mich einen Flair von Alice im Wunderland.
Ich würde den zweiten Band am liebsten sofort lesen, aber leider muss auch ich warten...

Meine Altersempfehlung: 14-99

J.P.

Zur Bestellung
Christelle Dabos: Die Spiegelreisende BD 1. Die Verlobten des Winters
Verlag: Insel
Eur [A] 18,50
ISBN:  978-3-458-17792-0

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Dork Diaries von Rachel Renée Russell

Dork Diaries  Nach dem Erfolg von Greg's Tagebuch, hier ein weiterer Comicroman - speziell für Mädchen:  Dork Diaries Band 1! Zielgruppe: Mädchen  ca. ab 11 Jahre, auch noch für Jugendliche ein lustiges Leseerlebnis Inhalt:  Neue Schule, neues Glück? Nikki ist ein Totalausfall in Sachen Coolness, ihr Vater ist Kammerjäger und fährt mit einem Kakerlakenmobil durch die Stadt, ihr Handy ist ihrer Meinung nach ein krasses Museumsstück und das Einzige was sie an ihrem ersten Schultag retten könnte, wäre ein brandneues IPhone. Stattdessen bekommt sie ein Tagebuch geschenkt, etwas das sie nie schreiben wollte. Gott sei Dank hat sie es getan und lässt uns an ihrem Leben teilhaben! Unsere Bewertung:  Dork Diaries ist ein  unterhaltsames Buch im Tagebuchstil geschmückt mit humorvollen Comiczeichnungen. Typische Situationen wie einige von uns sie als Kind/Teenager erlebt haben werden leicht überzogen und teils skurril dargestellt, z.B Nikki möchte nicht in die Sc

Die Europäer von Orlando Figes

Es beginnt mit der ersten internationalen Bahnfahrt am 13. Juni 1846, der Eröffnung der Bahnlinie von Paris nach Brüssel. Die 330 Kilometer können nun in zwölf Stunden zurückgelegt werden, einem Viertel der Zeit, die die Kutsche bisher brauchte.  Das ist der Startschuss zur Entwicklung und Internationalisierung des Kulturlebens in Europa bis in die 1880er Jahre. Die Verknüpfung von Kultur und den bald den Kontinent überspannenden Eisenbahnlinien macht das Buch des britischen Historikers Figes so ungewöhnlich und erhellend. Denn die damalige Revolution des Kulturmarktes mit seiner internationalen Verbreitung europäischer Musik, Literatur und Kunst ist plötzlich erklärbar. Es wird anschaulich, wie in dieser Zeit die europäische Kultur und ihr Kanon etwa an Opern, Malerei und Literatur entsteht,

Judith und Hamnet von Maggie O´Farrell

  Ein Buch über Agnes, die Frau William Shakespeares (1564-1616). Ein geschickter Schachzug: der berühmte William bleibt eher schattenhafte Randfigur.  Virtuos geschrieben entwickelt das Buch einen faszinierenden Sog. Und das, obwohl sich der Aktionsradius der handlungstragenden Agnes über den archaischen elterlichen Bauernhof, dann das Haus des hinterhältig-gewalttätigen Schwiegervaters, ein paar Gassen in Stratford-upon-Avon und den Wald dort nur einmal hinausbewegt – beim finalen London-Besuch. Es baut die Spannung auf durch eine beiläufge (Mit-)Beschreibung des Geschehens auf der Gasse, der Mitbewohner im Haus, dem Fuchs, der durch die Gassen streift, der Eule, die darüber hinweg fliegt etc..  Verdichtet wird das Geschilderte durch Agnes' eigenwillige Wahrnehmungsgaben – sie, das Naturkind, hat von ihrer früh verstorbenen Mutter das tiefe V