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Dicht, Aufzeichnungen einer Tagediebin von Stefanie Sargnagel

 

Stefanie Sargnagel ist jetzt erwachsen und arbeitet ihre Jugend auf, eine Jugend im Park mit ganz viel Wiesn. Eine Hymne an die Freundschaft und auch ein Abschied von Freunden. 

Traurig und tiefsinnig, heiter und high, melancholisch und müd lässt sie sich durch Wien treiben, zwischen Hittn, Votivpark, Schulabbruch und schließlich der Angewandten. Ein ehrlicher Blick auf die Stadt, räudig und wunderschön, wie sie nicht jeder kennt. Mit unverbrauchten Methaphern zeichnet sie ein Bild von Wien, wie es lebt und wie man dabei überlebt. Eine direkte und meist liebevolle Beschreibung der absurden Begegnungen und skurillen Gestalten die ihr in Beiseln, Parks und sonstwo über den Weg liefen.

Man liest und ist überzeugt, dass es genauso passiert ist, dass sie es jetzt erst detailliert aufgeschrieben hat mag mit der Verjährungsfrist zusammenhängen. Neben ihren Problemen mit autoritären Systemen, der gschissenen Schule und der Suche nach dem nächsten Ofen und dem Sinn des Lebens, greift sie durchaus ernste Themen auf und bezieht sozial- und gesellschaftspolitische Standpunkte.

Schön, dass Sargnagel diese Atmosphäre festgehalten hat, man erinnert sich unweigerlich an Verdrängtes, ans Flex, dubiose Gürtellokale und an Besäufnisse in Parks. Sargnagel hat nicht nur ihre eigene Jugend aufgearbeitet, sondern ein Zeitzeugnis geschrieben für alle in den 80ern und 90ern geborenen WienerInnen. Oida <3


JK

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Stefanie Sargnagel: Dicht

Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3-498-06251-4 

[A] 20,60

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