Neben den vielen Büchern zum Ersten Weltkrieg, die sich mit Ursachen, Ausbruch und dem militärischen Verlauf beschäftigen, ist ein Werk erschienen, das die kulturellen und geistigen Strömungen, Aktionen und Reaktionen dieser Zeit thematisiert. In "Nacht über Europa" beschreibt der Historiker und Kunstgeschichtler Ernst Piper, wie sich unmittelbar nach Beginn des Krieges die deutschsprachigen Intellektuellen, Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler dem allgemeinen nationalistischen Taumel ergeben haben, wie selbst die besonnensten unter den hochverdienten Dichtern und Denkern ihre internationalen Vernetzungen gekappt und in die allgemeine Kriegsbegeisterung eingestimmt haben, wie etwa der Zoologe Ernst Haeckel, Professor in Jena und Gründer des pazifistischen Monistenbunds, der sich 1914 und 1915 mehrfach nationalistisch und auch rassistisch äußerte. Besonders tragisch und absurd wirkt die Geschichte des deutsch-jüdischen Dichters Ludwig Fulda, der damals meistgespie...