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Jakobsleiter von Ljudmila Ulitzkaja


Nach der Revolution ziehen Jakow und Marussja mit ihrer kleinen Familie nach Moskau. Während Marussja der neuen Regierung vertraut, erkennt Jakow bald die Missstände. Unter Stalin wird er nach Sibirien verbannt. Seine Frau lässt sich scheiden, auch der Sohn wendet sich von ihm ab, und seine Enkelin Nora sieht er nur einmal als Kind. Sie, die ein bewegtes Leben führen wird – Bühnenbildnerin, alleinerziehend, georgische Liebschaft – lernt ihren Großvater erst aus seinen Liebesbriefen an die Großmutter kennen. Angeregt durch den Briefwechsel ihrer eigenen Großeltern hat Ljudmila Ulitzkaja einen Roman geschrieben, der die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert aus unmittelbarer Nähe erzählt.

Beim Aufräumen der Wohnung ihrer verstorbenen Großmutter entdeckt Nora einen Weidenkorb voller Briefe und Notizbücher. Um die darin ebenfalls befindlichen Wanzen zu töten, stellt sie den Korb für einige Zeit auf den Winter-frostigen Balkon. Nach Jahrzehnten erst beschließt sie, die Papiere zu sichten, zu einem Zeitpunkt, als alle Menschen gestorben sind, die ihre Fragen beim Lesen der Briefe beantworten hätten können. Doch aus den Briefen entfaltet sich ihre Familiengeschichte vor dem Hintergrund der jüngeren russischen Geschichte. Jeder Mensch, so sagte die gefeierte russische Schriftstellerin auf der Buch Wien 2018, habe einen solchen familien-historischen „Weidenkorb“, der es wert ist, betrachtet zu werden.

U.R.

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Ljudmila Ulitzkaja: Jakobsleiter
Verlag: Hanser
Eur [A] 26,80
ISBN: 978-3-446-25653-8




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