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Die eiskalte Jahreszeit der Liebe von A. D. Miller

Nick, ein junger Wirtschaftsanwalt, lebt in Moskau. Beruflich hat er es geschafft: In der internationalen Anwaltsfirma betreut er die großen Fälle – Finanzierungsverträge für riesige Industrieanlagen und ähnliches. Privat ist er einsam. Bis zu dem Tag, an dem er Mascha kennenlernt. Mascha und ihre Schwester Katja, zwei junge Russinnen, zeigen ihm eine andere Welt. Nick erlebt die Sinnlichkeit der riesigen Stadt, mit ihrem schillernden Nachtleben, mit Datschas, finnischen Bädern, aber auch verarmten Alten, rücksichtslosen Spekulanten und zweifelhaften Transaktionen. Es ist eine Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist. Dabei will er nicht merken, wie er Schritt um Schritt in ein Netz von Schein und falschen Tatsachen verstrickt wird .. (U.R.) A. D. Miller: Die eiskalte Jahreszeit der Liebe Aus dem Englischen von Bernhard Robben S. Fischer Verlag ISBN 978-3-10-049019-3 Eur(A) 19.60

Die Bären vom Hügelwald von Henri van Daele

Die Bären vom Hügelwald ist ein sehr nettes Buch. Es romantisch, zugleich aber auch wieder spannend. Es handelt von einem Grizzlybären namens Louis Mpoint. Der Elefant George reißt aus dem Zirkus aus und lernt den Grizzly im Hügelwald kennen. Sie haben einen Freund, den Herrn Maroni. Der Bär Kareltje wird auch ihr Freund. Er möchte die Republik der freien Bären gründen. Das ist aufregend, weil die Staatssicherheit ihm auf den Fersen ist. Aber die Freunde halten zusammen. (Ferdinand, 9 Jahre)

Der Dirigent von Sarah Quigley

Im Herbst 1941 schließen deutsche Truppen die Millionenstadt Leningrad ein. Eine Leidenszeit beginnt, die für viele im Bombenhagel oder mit dem Hunger- und Kältetod endet. Die Kultur-Elite verlässt die Stadt. Nicht so Dmitri Schostakowitsch. Das Genie, das aus dem Geschimpfe von Kollegen und Nachbarinnen Musik komponieren kann, der bald hochgelobte, bald verfemte Staatskünstler, bleibt mit seiner Familie. Nachts hält er Feuerwache, tagsüber komponiert er an der 7. Symphonie, der „Leningrader“. Schliesslich erzwingt die Partei seine Evakuierung. Seine neue Symphonie soll aber in Leningrad aufgeführt werden. Als Dirigent ist der steife, humorlose Karl Eliasberg vorgesehen. Er, der immer abseits des intellektuellen Kreises um Schostakowitsch stand, soll nun mit einer Anzahl ausgehungerter Musiker das Werk aufführen. „Der Dirigent“ ist ein tief bewegender Roman, der sich durch Erzählkunst, Einfühlungsvermögen und die genaue historische Recherche der Autorin auszeichnet. Die ...

Der Schneesturm von Vladimir Sorokin

Eine schier endlose Schlittenfahrt nimmt der Arzt Platon Iljitsch Garin im Namen der Gesundheit auf sich: im Dorf Dolgoje wütet ein Virus. Die Befallenen werden zu Zombies, die aus der Erde hervorbrechen und weitere Menschen infizieren. Um die rettende Vakzine nach Dolgoje zu bringen, lässt sich der pflichtbewusste Garin trotz Schneesturm von dem biederen Fuhrmann Krächz kutschieren. Doch durch Kälte, Achsenbruch, Schneewächten und mangelnde Sicht wird die Reise immer wieder unterbrochen. Der Kult-Autor Vladimir Sorokin entwirft wieder ein utopisches Russland in einer Zeit irgendwann nach der Oktoberrevolution: Garin und Krächz treffen in ihrem von Minipferden gezogenen „Mobil“ auf Zwerge, Riesen und ausgeflippte Drogen-Designer. Nichts Menschliches ist den Einwohnern dieser Fantasy-Welt fremd: es gibt Zärtlichkeit, Liebe, Gewalt, Herrenmenschentum, Dummheit und das treue Verhältnis zwischen dem Kutscher und seinen Zwergenpferdchen. Ein gemütlich-grausames Märchen für ...

Der sixtinische Himmel von Leon Morell

Das Buch ist sehr gut und spannend geschrieben. Wenn jemand historische Romane schätzt und sich für Kunst und/ oder Rom interessiert, kann man ihm das Werk sehr empfehlen. Besonders informativ ist die Beschreibung der Entstehung von Fresken sowohl vom künstlerischen Aspekt her, als auch hinsichtlich des nötigen Wissens und handwerklichen Könnens. Der Autor führt immer sehr sorgfältig neue Begriffe ein. Abgegangen sind mir eine Erwähnung der späteren Arbeit Michelangelos in der sixtinischen Kapelle („Das jüngste Gericht“) und die Einführung einer spirituellen, positiv besetzten religiösen Figur. Religion wird nur – und das intensivst – negativ beschrieben. Der Schluss wirkt etwas konstruiert. Ich persönlich lese sonst fast nie historische Romane, da ich mich eher für die Realität interessiere als für die Fantasie von Autoren, und diese beiden oft schwer zu unterscheiden sind. Trotzdem habe ich gerade diesen Roman gerne und mit Gewinn gelesen. M. F. Leon Morell: Der sixt...

Die Penderwicks am Meer von Jeanne Birdsall

Endlich Ferien! Zum ersten Mal in ihrem Leben trennen sich die Penderwicks für zwei ganze Wochen. Die Penderwicks, das sind 4 Schwestern, 1 Stiefbruder, Vater, Stiefmutter und Hund. Die Eltern begeben sich mit dem jüngsten Kind Ben auf Hochzeitsreise nach England. Die älteste der Schwestern, Rosalind, besucht eine Freundin in New Jersey. Die drei restlichen Mädchen, Skye, Jane, Batty und deren Hund Hound fahren mit Tante Claire in ein winziges Häuschen direkt am Meer. Zu ihrer Freude ist Jeffrey, ein guter Freund der Schwestern, mit von der Partie. Sky ist jetzt die Verantwortliche vor Ort, was angesichts der Unternehmungslust der Penderwick-Schwestern eine echte Herausforderung ist: Gleich zu Beginn verstaucht sich Tante Claire den Knöchel. Ein Nachbarshund sorgt dafür, dass Sky ins Meer fällt. Jane haut sich die Nase blutig und verliebt sich kurz darauf. Die fünfjährige Batty sammelt und verkauft Golfbälle, um Geld für ein Klavier sparen zu können. Und Jeff lernt seinen ...

Wölfe von Hilary Mantel

Homo homini lupus – Der Mensch ist des Menschen Wolf. Kein besserer Leitspruch passt auf diesen historischen Roman. Die Handlung führt in das England von Henry VIII., eine chaotische Zeit des Zerfalls, die nur durch einen männlichen Thronerben ins Lot gebracht werden kann. Henry möchte sich daher von Katharina von Aragon, mit der er nur eine Tochter hat, scheiden lassen, um Anna Boleyn zu seiner Königin zu machen. Dazu braucht er aber die Dispens des Papstes. Die Fakten sind bekannt. In neuem Licht erscheint diese Zeit, wenn sie aus der Sicht Thomas Cromwells erzählt wird, der – aus kleinsten Verhältnissen stammend – durch Fleiß und Genie zum mächtigsten Mann von England wird. Durch seine Politik erfolgt die Loslösung von Rom und die Gründung der anglikanischen Kirche. Alle Katholiken, die ihrem Glauben nicht abschwören, werden grausam bestraft. So auch Thomas More (bekannt als Thomas Morus), Cromwells Gegenspieler. So auch Kardinal Wolsey, ursprünglich Förderer und...