Direkt zum Hauptbereich

Der Meteorologe von Olivier Rolin


Der russische Wissenschaftler Alexei Wangenheim baute in den 1920er Jahren das Netz der Wetterstationen der ganzen UdSSR auf. Er tat dies mit großem Einsatz und aus Begeisterung für Lenin und die neue kommunistische Gesellschaft. Umso schlimmer für ihn, als er, wegen angeblicher staatsfeindlicher Verbrechen, seiner Funktionen beraubt und auf die berüchtigten Solowezki-Inseln deportiert wurde. Nach einigen Jahren im GULAG, in denen er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter nur brieflich verbunden war, wurde Wangenheim 1937 während Stalins "Großem Terror" hingerichtet. Zurückgeblieben sind seine Briefe, die von großer Fassungslosigkeit angesichts der Ereignisse zeugen, samt berührenden Zeichnungen, Rätseln und Lehrbildern, die er für seine Tochter Eleonora daheim machte und die im Buch abgedruckt sind.

Olivier Rolin hat Wangenheims tragische Geschichte recherchiert und in diesem Buch erzählt. Und er stellt Fragen, ohne sie zu beantworten: Wie konnte es zu dieser grausigen Fehlentwicklung der sowjetischen Gesellschaft kommen? Wie konnte die Linke im Westen damals über diese Verbrechen hinwegsehen?

Zur Bestellung
Olivier Rolin: Der Meteorologe
Aus dem Französischen übersetzt von Fock, Holger; Müller, Sabine
Eur(A) 20,50
Verlag Liebeskind
ISBN 9783954380497

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Dork Diaries von Rachel Renée Russell

Dork Diaries  Nach dem Erfolg von Greg's Tagebuch, hier ein weiterer Comicroman - speziell für Mädchen:  Dork Diaries Band 1! Zielgruppe: Mädchen  ca. ab 11 Jahre, auch noch für Jugendliche ein lustiges Leseerlebnis Inhalt:  Neue Schule, neues Glück? Nikki ist ein Totalausfall in Sachen Coolness, ihr Vater ist Kammerjäger und fährt mit einem Kakerlakenmobil durch die Stadt, ihr Handy ist ihrer Meinung nach ein krasses Museumsstück und das Einzige was sie an ihrem ersten Schultag retten könnte, wäre ein brandneues IPhone. Stattdessen bekommt sie ein Tagebuch geschenkt, etwas das sie nie schreiben wollte. Gott sei Dank hat sie es getan und lässt uns an ihrem Leben teilhaben! Unsere Bewertung:  Dork Diaries ist ein  unterhaltsames Buch im Tagebuchstil geschmückt mit humorvollen Comiczeichnungen. Typische Situationen wie einige von uns sie als Kind/Teenager erlebt haben werden leicht überzogen und teils skurril dargestellt, z.B Nikki möchte nicht in die Sc

Die Europäer von Orlando Figes

Es beginnt mit der ersten internationalen Bahnfahrt am 13. Juni 1846, der Eröffnung der Bahnlinie von Paris nach Brüssel. Die 330 Kilometer können nun in zwölf Stunden zurückgelegt werden, einem Viertel der Zeit, die die Kutsche bisher brauchte.  Das ist der Startschuss zur Entwicklung und Internationalisierung des Kulturlebens in Europa bis in die 1880er Jahre. Die Verknüpfung von Kultur und den bald den Kontinent überspannenden Eisenbahnlinien macht das Buch des britischen Historikers Figes so ungewöhnlich und erhellend. Denn die damalige Revolution des Kulturmarktes mit seiner internationalen Verbreitung europäischer Musik, Literatur und Kunst ist plötzlich erklärbar. Es wird anschaulich, wie in dieser Zeit die europäische Kultur und ihr Kanon etwa an Opern, Malerei und Literatur entsteht,

Judith und Hamnet von Maggie O´Farrell

  Ein Buch über Agnes, die Frau William Shakespeares (1564-1616). Ein geschickter Schachzug: der berühmte William bleibt eher schattenhafte Randfigur.  Virtuos geschrieben entwickelt das Buch einen faszinierenden Sog. Und das, obwohl sich der Aktionsradius der handlungstragenden Agnes über den archaischen elterlichen Bauernhof, dann das Haus des hinterhältig-gewalttätigen Schwiegervaters, ein paar Gassen in Stratford-upon-Avon und den Wald dort nur einmal hinausbewegt – beim finalen London-Besuch. Es baut die Spannung auf durch eine beiläufge (Mit-)Beschreibung des Geschehens auf der Gasse, der Mitbewohner im Haus, dem Fuchs, der durch die Gassen streift, der Eule, die darüber hinweg fliegt etc..  Verdichtet wird das Geschilderte durch Agnes' eigenwillige Wahrnehmungsgaben – sie, das Naturkind, hat von ihrer früh verstorbenen Mutter das tiefe V