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Es werden Posts vom Februar, 2018 angezeigt.

Wiesenstein von Hans Pleschinski

Es gilt, den Schriftsteller Gerhart Hauptmann neu zu entdecken. Durch seine eigenen Werke, selbstverständlich, und jetzt auch durch ein Glanzlicht der Frühjahrsneuerscheinungen: In „Wiesenstein“ zeigt Hans Pleschinski den Dichter in einem faszinierenden Porträt.
Gerhart Hauptmann, Nobelpreisträger und lange Zeit Deutschlands literarisches und soziales Gewissen, hat seine besten Zeiten hinter sich. Als Todkranker kehren er und seine Frau Margarete zu Kriegsende heim in ihr märchenhaftes Domizil Wiesenstein am Riesengebirge. Aus der Vernichtung von Dresden geht es direkt in die Auflösung der idyllischen und geordneten deutschen Welt in Schlesien. G. H. gerät zum kindlichen Greis, von dem vieles ferngehalten wird und der dennoch alles um sich wahrnimmt. Wie lange kann sich die Illusion des Luxuslebens, mit einer Entourage aus Krankenschwester, Masseur, Sekretärin, Gärtner, Köchin, Archivar und Freunden aus der besseren Gesellschaft noch halten?
Denn die Rote Armee rückt ein, gefolg…

Herr Kato spielt Familie von Milena Michiko Flasar

Herr Katō – sein Name tut in Wirklichkeit nichts zur Sache – ist seit kurzem im Ruhestand und weiß plötzlich nichts mehr mit sich und seiner Zeit anzufangen. Nicht einmal der Arzt findet etwas Besorgniserregendes, wogegen es vielleicht Maßnahmen zu ergreifen gälte. Und wieso ist er mit seiner Frau eigentlich nie nach Paris gefahren? Jetzt hängt sie ihm kleine Zettelchen zur Anleitung der Mikrowelle an sein Mittagessen und geht ihrer eigenen Wege.

Doch dann trifft er Mie auf dem Friedhof und ist plötzlich so wagemutig, sich auf ihr Angebot einzulassen: mit der Agentur „Happy Family“ schlüpft er plötzlich in die unterschiedlichsten Rollen. Ein kleiner Neuanfang und dann auch wieder nicht …
Ein schmales Buch, das einen berührt und lange nachhallt. Kleine Alltagsszenen ohne große Dramatik, aber vieles im Leben dieses sympathischen Japaners (der im übrigen überall auf der Welt zu Hause sein könnte) kommt einem wohl vertraut vor. Und was sich nicht alles zwischen den Zeilen herauslesen läs…