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Posts mit dem Label "Kunst" werden angezeigt.

Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt von Herbert Lackner

Haben Sie gewusst, dass der Theseus-Statue im Volksgarten im Jahr 1934 ein züchtiges Feigenblatt verpasst wurde? Dass im Dezember 1930 ein wütender Mob durch die Straßen Wiens zog, um die Aufführung des Films „Im Westen nichts Neues“ zu verhindern? Und wie Politik und Öffentlichkeit auf Peter Turrinis Stück „Rozznjogd“ und seine ORF-Produktion „Alpensaga“ reagierten? Seit den Tagen der Monarchie ist das Verhältnis von Kunst und Politik in Österreich gespannt. Lackner zieht einen lesenswerten Bogen von Schnitzlers Reigen bis zur Wokeness-Debatte, mit namhaften Protagonisten wie Stefan Zweig, Qualtinger, Kokoschka, VALIE EXPORT und vielen mehr. Zur Bestellung  Herbert Lackner: Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt. Eine politische Kulturgeschichte Österreichs. (Ueberreuter, € 25,-) ISBN 978-3-8000-7844-8

Die Europäer von Orlando Figes

Es beginnt mit der ersten internationalen Bahnfahrt am 13. Juni 1846, der Eröffnung der Bahnlinie von Paris nach Brüssel. Die 330 Kilometer können nun in zwölf Stunden zurückgelegt werden, einem Viertel der Zeit, die die Kutsche bisher brauchte.  Das ist der Startschuss zur Entwicklung und Internationalisierung des Kulturlebens in Europa bis in die 1880er Jahre. Die Verknüpfung von Kultur und den bald den Kontinent überspannenden Eisenbahnlinien macht das Buch des britischen Historikers Figes so ungewöhnlich und erhellend. Denn die damalige Revolution des Kulturmarktes mit seiner internationalen Verbreitung europäischer Musik, Literatur und Kunst ist plötzlich erklärbar. Es wird anschaulich, wie in dieser Zeit die europäische Kultur und ihr Kanon etwa an Opern, Malerei und Literatur entsteht, ...

Unziemliches Verhalten von Rebecca Solnit

    "Unziemliches Verhalten" bzw. der passendere englische Titel "Recollections of My Nonexistence" ist Solnits großartige Beschreibung ihres Werdegangs zur anerkannten Schriftstellerin, Umwelt- und Friedensaktivistin und Feministin.  Alles beginnt mit ihrer ersten eigenen Wohnung, einem Zimmer für sie allein, eine wichtige Voraussetzung um Schreiben zu können, wie schon Virginia Woolf wusste. Und außerdem ein sicherer Rückzugsort vor der Welt, dem San Francisco der 80er Jahre, einem männlich dominierten Umfeld, in dem die Gewalt gegen Frauen alltäglich ist, ihr Leben und die Teilhabe am öffentlichen Raum eingeschränkt und das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit in Frage gestellt wird. Laut Solnit ein Leben im Kriegszustand, nicht nur in der Realität, auch in der Kunst. Die schöne, junge, sterbende Frau ist ein ständig wiederkehrendes Motiv in der Kunst, laut E. A. Poe das poetischte, die meisten Geschichten, die Mädchen und Frauen hören, zeigen ihnen...

Wagner neu versifiziert von Lou Olmeir

Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner - für viele musikalischer Hochgenuss. Doch wehe! Wie war das noch einmal mit Wotan und seinen vertrackten Familienverhältnissen? Wer ist nun Fricka und wer Freia, und wie ist ihr Verhältnis zu Fasolt und Fafner, Walküren und Wälsungen, und wer ist Zwilling und wer Halbschwester von wem? Wie gut, dass es seit kurzem eine fundierte und gleichzeitig vergnügliche Einführung in Richard Wagners Werk gibt: In ihrem kürzlich erschienenen Buch schafft es die Wienerin Lou Olmeir , die hochkomplexen Handlungen ganz einfach zu erklären, und das noch dazu in Versform . Die Autorin hat uns all dies am Mittwoch, 11.3.2020 bei einer wunderbaren Lesung mit Musikbeispielen in unserer Buchhandlung vorgestellt, ein Abend, an den wir gerne zurückdenken! Für WagnerianerInnen und alle, die es mit einem Quäntchen Humor werden wollen. Lou Olmeir: Wagner neu versifiziert. mit Graphiken von Benedikt Kobel Verlag myMorawa Gebunden 25,70 ...

Tschudi von Mariam Kühsel-Hussaini

"Es ist, als wäre in die Atelierwand ein Loch geschlagen, durch das man plötzlich ins Freie sieht". Ein einziger Satz, der die neue Malerei des Impressionismus definiert, kühn und allumfassend, aus der Feder des Hugo von Tschudi, um die Jahrhundertwende in Berlin. Hugo von Tschudi, der neue Direktor der Nationalgalerie hat Großes im Sinn. Er kann nicht anders, als der Liebe zur neuentdeckten Malerei Raum zu geben und dafür zu brennen. Er füllt die Wände seiner Galerie mit Werken der Franzosen, wie Manet, Monet, Degas, Renoir und Rodin und läßt die pathetischen Gemälde des wihelminischen Historismus im Hintergrund verschwinden. Und Berlin gerät aus den Fugen, sowohl durch Begeisterung als auch durch Hass. Vor allem kommt dieser Hass von ganz oben, von Kaiser Wilhelm dem II., dessen geistiger Horizont nicht über das Mittelmaß herausragt. Der Autorin gelingt in ihrem Roman ein Charakterportrait dieses Mannes, dessen durch Kinderlähmung verkrüpp...

Tintenblaue Kreise von Michael Roher

Die Stammgäste des Cafés Leguan, das Bienes Eltern führen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und doch gehören sie schon zur Familie. Biene ist am liebsten dort, spielt Mühle mit Jockel, lässt sich die Karten von Frau Almut legen und hilft ihren Eltern. Am liebsten hat sie den Mittwoch. Da kommt Mamas Band-Kollege Beere. Dieser lässt sie dann immer seinen Arm verzieren, denn Biene möchte unbedingt einmal Tätowiererin werden…. Biene wird aus ihrem geborgenen Alltag herausgerissen, als sie erfährt, dass Beeres kleiner Sohn am Herzen operiert werden muss. Wird er den Eingriff überleben? Wie kann man in einer solchen Situation helfen? Viele Fragen. Wenige Antworten. Ausgerechnet Phillip, einem Mitschüler Bienes, kann sie ihre Sorgen und Ängste anvertrauen.  Ja, Philip, der in der Schule ein Außenseiter ist, mit dem sie bis jetzt nichts zu tun hatte und dem sie sich langsam annähert. Dem Beginn einer zarten Liebe steht nichts mehr im Weg. Ausgezeichnet ...

Das Geisterschiff von Egyd Gstättner

Wer kennt heute noch den Wiener Maler Josef Maria Auchentaller? Er war Gründungsmitglied der Künstlergruppe der Wiener Secessionisten, Mit-Autor in der Zeitschrift "Ver Sacrum" und als Jugendstilmaler erfolgreich. Durch die Übersiedlung nach Grado verlor er aber schnell an Einfluss und musste seinem  Konkurrenten Klimt das Feld überlassen. Auch privat stand er bald im Schatten seiner Frau, die durch die erfolgreiche Gründung eines Hotels dazu beitrug, dass sich das verschlafene Fischerdorf Grado zum berühmten Seebad wandelte. Die Wiener Künstler kamen bald gerne zu Besuch, Auchentallers Rolle beschränkte sich jedoch bald auf das Repräsentieren und Malen von Plakaten ("Seebad Grado. Österreichisches Küstenland") und Werbepostkarten. Egyd Gstättner spannt in seinem "Künstlerroman" den Bogen von 1903 bis zu Auchentallers Tod 1949. Ihm gelingt eine einfühlsame Biographie dieses in seinen Ansprüchen gescheiterten Mannes und gleichzeitig ein Po...

Mein Buch der Kunst – ich sehe was, was du nicht siehst von Doris Kutschbach

Das Wimmelbuch für kleine Kunstentdecker: Berühmte Gemälde aus aller Welt werden den kleinen Betrachtern auf verschiedenste Art und Weise spielerisch näher gebracht. Henri Rousseau, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Giuseppe Arcimboldo,… laden zum Suchen, Entdecken und Staunen ein. Eine schöne Idee, Kinder in die Welt der Kunst einzuführen. (S.Ra.) Doris Kutschbach: Mein Buch der Kunst Verlag Prestel ISBN 978-3-7913-7141-2 Euro (A) 15,50