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Es werden Posts vom März, 2019 angezeigt.

Bella Ciao von Raffaela Romagnola

Nicht nur Neugier treibt Giulia Masca nach Borgo di Dentro, den Ort ihrer Kindheit in Piemont zurück, den sie vor fast 50 Jahren fluchtartig verlassen hatte. Es sind auch die gemischten Gefühle, die sie beschäftigen, falls es zu einer Begegnung mit ihrer Freundin Anita und ihrem Verlobten Pietro kommen sollte. Wird sie den beiden mit Rache, Genugtuung oder Versöhnung begegnen?

Niemand wusste damals, als sich Giulia heimlich nach New York einschiffte, nicht einmal ihr Verlobter, der sie mit ihrer Freundin Anita betrog, dass sie ein Kind von ihm erwartete.

Nun ist Giulia eine wohlhabende Frau, die sich ihrem vergangenen Leben stellt, das von den Härten als Fabriksarbeiterin in der örtlichen Seidenspinnerei geprägt war, aber auch von der Kargheit des dörflichen Lebens und ihrer Familien.

Wie dann durch die beiden Weltkriege, den Faschismus und die Partisanenkämpfe mit diesen Familien umgegangen wurde, wird authentisch und spannend erzählt. Es ist die leidvolle Geschichte von opferwillig…

Einmal Katze sein von Mies van Hout

Katzenviech Schon sieben lange Katzenleben lässt alles mich vor Schreck erbeben. Ob es im Papierkorb knistert, ob der Nachbar mir was flüstert mit seinem großen, bösen Mund und dem großen bösen Hund...
Mies van Hout hat 20 verschiedene Katzen mit ihren Eigenheiten und Wesenszügen überzeugend  mit Ölpastellkreiden auf schwarzem Papier eingefangen.
Entstanden ist ein Bilderbuch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Immer wieder entdeckt man neue Details und kommt aus dem Staunen über die realitätsgetreue Darstellung einer Katzenseele nicht mehr heraus.
Jedes einzelne Katzenporträt wird durch viel Poesie und Wortspielerei von fünf sehr bekannten niederländischen Autoren in ihrer jeweils eigenen Art unterstrichen. Rolf Erdorf hat diese in deutscher Sprache übersetzt.

Zur Bestellung
Mies van Hout: Einmal Katze sein
Verlag: aracari
ISBN: 978-3- 907114-05-6
Eur [A] 18,50



Wie man ein Genie tötet von Ingvar Hellsing Lindqvist

Der Wiener Komponist Hans Rott (1858-1884) war fast völlig vergessen, bis 1989 ein amerikanischer Musikwissenschaftler in der Nationalbibliothek in Wien auf die Originalpartitur seiner ersten (und einzigen) Symphonie stieß. Wer war aber dieser junge, mit 26 Jahren verstorbene Ausnahmekünstler Hans Rott? Sein kurzes und tragisches Leben wird von Ingvar Hellsing Lundqvist in seinem romanhaft geschriebenen Buch „Wie man ein Genie tötet“ berührend und mitreißend, aber auch an den Fakten orientiert dargestellt:
Der Anhänger von Richard Wagner war ein Meister an der Orgel und ein Ausnahmetalent im Kompositionsfach. Sein Lehrer Anton Bruckner hielt ihn für den begabtesten unter seinen Schülern, sein Studienkollege Gustav Mahler anerkannte Rotts geniales schöpferisches Können und bezog offenbar viel Inspiration von Rotts Schaffen. Heute gilt Mahler als der Schöpfer der „neuen Symphonie“, doch gebührt dieser Titel nicht viel eher dem jungen Rott?
Doch Rott hatte von Anfang seines Lebens a…

Vater unser von Angela Lehner

Eva Gruber wird von der Polizei ins Otto Wagner Spital gebracht. Auf die Baumgartner Höhe.
„Irrenanstalt als Naherholungsgebiet“, findet Eva. Warum sie in der Psychiatrie ist, und was in ihrem Leben so passiert ist, erfährt man in einer Ansammlung wirrer Geschichten, die einen hinterfragen lassen, was Wahrheit und was Fiktion ist.
Denn Eva manipuliert alle, auch die Leser und ihren Bruder Bernhard, der zufällig auch in der Psychiatrie ist. Magersucht, abgemagert bis auf die Knochen. Vielleicht wird aber auch alles gut, wenn man den Bernhard dazu überreden könnte, den Vater umzubringen. Oder? Manchmal muss man das Problem doch an der Wurzel packen..

Auf flapsig österreichische Art erzählt die Autorin in ihrem Debütroman die Geschichte einer verstörten jungen Frau. Immer wieder nehmen humoristische Schilderrungen und die Gedankenwelt der Protagonistin die Schwere der eigentlich traurigen Thematik. Das Buch weiß zu unterhalten und packt einen, man will einfach wissen, was wirklich pass…

Die Verlobten des Winters von Christelle Dabos

Ophelia verbringt ihre Zeit am liebsten in ihrem Museum. Sie versteckt sich hinter ihrer großen Brille und einem überdimensionalen Schal. Außerdem redet sie viel zu leise, ist tollpatschig und behält ihre Meinung lieber für sich. Sie ist ein stiller Betrachter der Dinge und eine Leserin. Sie kann Gegenstände lesen und auch durch Spiegel reisen.
Mit einer begehrenswerten jungen Frau, der man auch ein Leben am Hof zutrauen würde, hat sie nichts gemeinsam. Trotzdem wird sie von den Doyennen, die die Regeln auf ihrer Arche bestimmen, ausgewählt den Adligen Thorn zu heiraten. Sie soll mit einem Luftschiff auf eine andere Arche gebracht werden, auf den eisigen Pol, um einen Mann zu heiraten, der von der Heirat so unbegeistert ist, wie sie selbst und sich nicht weniger für sie interessieren könnte.

Doch anstatt in den Hof eingeführt zu werden, wird sie versteckt gehalten. Ihr Verlobter ist nicht nur ein unausstehlicher wortkarger Griesgram, er ist auch einer der meistgehasstesten Menschen a…