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Posts

Sie kam aus Mariupol von Natascha Wodin

Schon oft hatte die deutsche Schriftstellerin Natascha Wodin die ukrainisch-russische Herkunft ihrer Mutter und damit ihre eigenen Wurzeln erforschen wollen. Doch über die Jahrzehnte brachten sämtliche Suchanfragen beim Roten Kreuz und anderen Organisationen kein Ergebnis. Zu verwickelt waren die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der Sowjetunion gewesen, zu tragisch und blutig die ukrainische Geschichte, als dass Natascha Wodin hoffen konnte, Spuren von der Existenz ihrer Familie zu finden. Nur das Ende, das hatte sie miterlebt: Das Unglück der entwurzelten Frau, die, nach Hungersnot und Gewalterfahrung während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt, sich als Verfemte und vom Leben Verfluchte sah, und die sich, als Natascha zehn Jahre alt war, im Dorffluss ertränkte. Und dann das: Natascha Wodin gibt 2014 den Namen ihrer Mutter in eine russische Suchmaschine ein und erhält einen Treffer. Und damit den Ausgang...

Uhren gibt es nicht mehr von André Heller

André Heller spricht mit seiner 102-jährigen Mutter Elisabeth Heller. Was für ein Geschenk, wenn sich Mutter und Sohn nach langer und oft problematischer Beziehung auf einer solchen sprachlichen Ebene in Harmonie verständigen können. Seit seine Mutter das hohe Alter erreicht hat, schreibt Heller im Vorwort, würde er sie völlig anders erleben als in den ersten fünfzig Jahren des gemeinsamen Wegs, nämlich tapfer und voll innerer Standfestigkeit. Und aus Elisabeth Heller spricht ein großer Stolz auf ihren Sohn, der so anders gewesen sei, als sie und der Rest der Familie, während sie gleichzeitig thematisiert, welch schwieriges Kind André Heller für sie gewesen sei. Die Gespräche sind schön durch ihre Offenheit, Ehrlichkeit, Tiefsinnigkeit, Leichtigkeit und ihren Humor. Altersweisheit auf beiden Seiten, und gleichzeitig Spaß an den bisweilen überraschenden Gesprächswendungen und Gedankensprüngen. Der Tod wird nicht ausgeklammert. André Heller fragt seine Mutter: Was müssten die Men...

Heute leben wir von Emmanuelle Pirotte

 Die Geschichte spielt im Kriegswinter 1944, und ist eine von unzähligen dramatischen Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg; aber was für eine unglaublich fesselnde Geschichte, die uns die Autorin präsentiert. Inspiriert von Berichten ihrer Großeltern, die damals selbst ein jüdisches Kind bei sich versteckt und so vor dem Tod gerettet hatten, liest sich der Roman besonders glaubwürdig. Der französische Kriegsschauplatz befindet sich in den von den Deutschen besetzten Ardennen, wobei die Alliierten bereits im Vormarsch sind. Die kleine Renée - ihr wahrer Name ist nicht bekannt, ihr Alter wird auf 6 -7 Iahre geschätzt, die Eltern wahrscheinlich deportiert und tot - ist in keinem Versteck mehr sicher, nicht einmal beim Dorfpfaner. In Panik übergibt er das Kind zwei in einem amerikanischen Jeep vorbeifahrenden Soldaten, die in Wirklichkeit als Amerikaner getarnte SS-Offiziere sind. Diese beschließen sogleich, sich des Kindes durch Erschießen bei der nächsten gtinstigen Gelegenheit...

Betrunkene Bäume von Ada Dorian

Katharina ist von zu Hause ausgezogen und drauf und dran, ihr Abitur zu schmeißen. Der Vater hat kurz zuvor die Familie verlassen und schickt seiner Tochter nur sporadisch eine Postkarte von seiner Männerarbeit in Sibirien, das hat Katharina aus der Bahn geworfen. Ein Bekannter vermittelt ihr eine Absteige und bald darauf auch Pillen, mit deren Verkauf sie die Miete für das Elendsquartier bezahlen soll. Während Katharina immer mehr in den Strudel des Abstiegs gerät, schließt sie Freundschaft mit dem alten Nachbarn Erich, einem pensionierten Wissenschaftler, der seine familiären Sünden mit Einsamkeit und Geringschätzung seiner Kinder bezahlt. Eine innige Beziehung hegt Erich nur zu seinen Forschungsobjekten, den Bäumen. Er ist Experte für das Phänomen der "betrunkenen Bäume", das sind Bäume, die durch den Klimawandel und das Auftauen des Permafrostes in einen Schaukelzustand geraten. So wie Katharina in Schieflage geraten ist. Zudem hat Erich früher in Sibirien geforsch...

Obwohl es dir das Herz zerreisst von Jenny Downham

Als die 17 jährige Kathie ihre Großmutter Mary zum ersten Mal trifft, vergisst diese sie auch schon sofort. Die alte Dame ist nach jahrelanger Funktstille, über Nacht bei ihnen einquartiert worden, weil sie an Demenz leidet. Für Marys Tochter Caroline die reinste Katastrophe, Kathie hingegen fühlt sich mit ihrer Großmutter verbunden und beginnt ein Erinnerungsbuch zu schreiben. Die Dinge an die Mary sich erinnert, schreibt sie auf, damit sie ihr vorlesen kann, wenn sie wieder etwas vergessen hat. Doch die Reise in die Vergangenheit, bringt Dinge zum Vorschein, mit denen Kathie nicht gerechnet hätte.. Bei "Obwohl es dir das Herz zerreisst" handelt es sich um einen Familienroman, der drei Generationen umfasst und für Erwachsene sowie Jugendliche ab 16 Jahren zu empfehlen ist. Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und nähert sich vor allem einfühlsam dem Thema Demenz. Es wird von Kathies Erwachsenwerden erzählt, von Müttern, Töchtern und von zerrissenen ...

Woodwalkers von Katja Brandis

Carag ist ein Woodwalker, er kann sich in einen Puma verwandeln. Halb Mensch, halb Tier, lebt er mit seiner Familie, in tierischer Gestalt, in den Rocky Mountains. Bis er eines Tages beschließt, dass er gerne unter Menschen leben würde, in einer echten Stadt. Der Junge begibt sich alleine in die Menschenwelt, die ihm fremd ist und als er einen anderen Gestaltenwandler trifft und von der Schule "Clearwater High" erfährt, verändert sich alles, denn Carag wusste bisher nicht, dass es andere Woodwalker gibt. Schnell findet er Freunde, Holly, ein diebisches Rothörnchen und den tollpatschigen Bisonwandler Brandon. Neben normalem Mathe Unterricht besuchen sie Fächer wie "Sei dein Tier" und "Menschenkunde". Doch die Welt der Woodwalker steckt voller Geheimnisse und Gefahren, denen Carag und seine Freunde noch gegenüber treten werden... Der erste Band der Woodwalker Reihe "Carags Verwandlung" ist ein gelungener Einstieg in eine unterhaltsame und ...

Creature von Morton Rhue

Ismael ist 17 Jahre alt und lebt auf der völlig zerstörten Erde, Sonnenlicht dringt kaum durch die dicke Smogwolke und Sauerstoff wird langsam zur Mangelware. Da er noch jung genug ist, um an "Missionen" teilzunehmen, nimmt er einen Job auf dem Planeten Cretacea an, der hauptsächlich von Wasser bedeckt ist. Gemeinsam mit anderen Teenagern heuert er auf dem Walfangschiff "Pequod" an und lernt mit erfahrenen Seeleuten, Teraffine zu jagen. Doch auf die Gefahren, die ihn und seine Freunde erwarten, ist er nicht vorbereitet, denn das Schiff macht Jagd auf das gefährlichste und größte Lebewesen des Planeten.. Wer Moby Dick kennt, wird hier auf bekannte Figuren stoßen. Morton Rhue (Autor von "Die Welle") hat den Stoff jedoch vollkommen neu zu einem packenden Roman für Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren aufbereitet. Klare Leseempfehlung für alle, die spannende Geschichten mögen! J.P. Zur Bestellung  Morton Rhue: Creature: Gefahr aus der Tief...