Was in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose" im Inferno endet, nimmt im Sachbuch von Stephen Greenblatt einen günstigen Ausgang: Die Wiederentdeckung eines subversiven und hochbrisanten Buchs aus der klassischen Antike: Es waren die Klöster, die während des Mittelalters die großen literarischen Werke der klassischen Antike bewahrten. In schwer zugänglichen Bibliotheken überdauerten die seltenen Manuskripte vergessen oder auch verfemt die Zeiten. Ab dem 14. Jahrhundert durchsuchten die Humanisten im Gefolge von Petrarca systematisch die Klosterbibliotheken nach antiken Texten. Zahlreiche Autoren der Antike wurden bekannt und mit ihnen lange vergessene Texte und Weisheiten, die nicht zuletzt die Kirche verdammt oder unter Verschluss gehalten hatte. Einer dieser Buch-Entdecker war Poggio Bracciolini, ein aus kleinen Verhältnissen stammender Gelehrter, der sich durch Intelligenz, Fleiss und eine bestechend schöne Handschrift zum apostolischen Sekretär des Papstes hochgea...