Direkt zum Hauptbereich

Ich war der Lärm, ich war die Kälte von Jenny Downham



"Ich geh nicht, solange du nicht machst, dass sie aufhören."
"Vergiss es."
"Mach dein Monster." 

Lexi war schon immer ein wildes Mädchen, das auf Bäume klettert und sagt was es denkt. Das Zusammenleben mit Ihrer "neuen" Familie, ihrem Stiefvater John und ihrer süßen kleinen Schwester Iris erweist sich als schwierig. Lexi wirft Sachen aus dem Autofenster, wirft mit Stühlen und zertrümmert Geschirr. Sie ist wütemd, sehr wütend.
Ein richtiges Monster, findet John. Vielleicht stimmt aber auch etwas nicht mit John, denkt Lexi manchmal. Ihre Mutter wendet sich von ihr ab, in der Schule findet sie kaum Anschluss - nur das Theaterspielen macht ihr Freude - und zu allem Übefluss ist sie auch noch verliebt in ihren älteren Stiefbruder, der das Familienhaus bereits verlassen hat und aufs College geht. 
Eigentlich wünscht sie sich von ihrer Familie akzeptiert zu werden, aber ihre Wut kann sie nicht lange genug herunterschlucken um alles "richtig" zu machen.

Jenny Downham hat ein fesselndes und ehrliches Buch über emotionalen Missbrauch geschrieben. Ein Missbrauch, der keine Spuren hinterlässt aber blaue Flecken auf der Seele. Beim Lesen wurde ich selbst wütend mit Lexi und bin auch eine Nacht viel zu lange wach geblieben, um weiterzulesen. Viel mehr zu meinen Gedanken über diese Lektüre, kann ich hier leider nicht aufschreiben, sonst würde zuviel verraten werden. 
Es ist lange her, das ich ein Jugendbuch so schnell ausgelesen habe, daher eine klare Leseempfehlung füralle die realistische Geschichten mit starker weiblicher Hauptrolle mögen. Das Buch ist für Jugendliche ab 14 Jahren und auch, so wie Jenny Downhams Vorgänger "Obwohl es dir das Herz zerreißt", für Erwachsene geeignet. 
 
J.P.

Jenny Downham: Ich war der Lärm, ich war die Kälte
Verlag: cbj
Eur [A] 18,50
Altersempfehlung: 14-99 





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte von Dita Zipfel

Als Lucie ihren neuen Job als Hundesitterin bei dem alten Herrn Klinge antritt, merkt sie schnell, dass dieser alles hat - nur keinen Hund. (wahrscheinlich eher einen Vogel)
Anstatt Gassi zu gehen, soll sie seine Ghostwriterin für ein eigenartiges Kochbuch werden. Die Gemüserezepte (Tomaten sind Drachenherzen?!) sind streng geheim und angeblich Zauberrezepte. Die 13jährige Lucie würde ja vielleicht darüber nachdenken, nicht für einen Verrückten zu arbeiten, aber sie braucht das Geld dringend. Immerhin ist Michi, der neue unsympathische Freund ihrer Mutter, gerade dabei, bei ihr zu Hause einzuziehen und das möchte sie nicht mehr live erleben. Sie hat andere Pläne!
Aber vielleicht probiert sie vorher doch noch Herrn Klinges Liebestrank aus...

"Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte" ist ein unterhaltsamer, aber auch mit klugen Gedanken geschmückter und gut geschriebener Jugendroman. Die Illustrationen von Rán Flygenring passen wunderbar zu der Geschichte und sind beim Lesee…

Dork Diaries von Rachel Renée Russell

Dork Diaries 


Nach dem Erfolg von Greg's Tagebuch, hier ein weiterer Comicroman - speziell für Mädchen: 

Dork Diaries Band 1!

Zielgruppe: Mädchen  ca. ab 11 Jahre, auch noch für Jugendliche ein lustiges Leseerlebnis


Inhalt: 

Neue Schule, neues Glück?
Nikki ist ein Totalausfall in Sachen Coolness, ihr Vater ist Kammerjäger und fährt mit einem Kakerlakenmobil durch die Stadt, ihr Handy ist ihrer Meinung nach ein krasses Museumsstück und das Einzige was sie an ihrem ersten Schultag retten könnte, wäre ein brandneues IPhone.
Stattdessen bekommt sie ein Tagebuch geschenkt, etwas das sie nie schreiben wollte.
Gott sei Dank hat sie es getan und lässt uns an ihrem Leben teilhaben!

Unsere Bewertung: 

Dork Diaries ist ein  unterhaltsames Buch im Tagebuchstil geschmückt mit humorvollen Comiczeichnungen.
Typische Situationen wie einige von uns sie als Kind/Teenager erlebt haben werden leicht überzogen und teils skurril dargestellt, z.B Nikki möchte nicht in die Schule gehen weil sie einen Aussch…

Der Hammer von Dirk Stermann

Joseph von Hammer-Purgstall war einer der wirkmächtigsten Orientalisten der Geschichte. Seine Übersetzungen brachten die literarischen Schätze des Nahen und Mittleren Ostens in die europäischen Bibliotheken und von dort in die ganze Welt. Goethe, tief beeindruckt von Hammer-Purgstalls Übertragungen, schrieb euphorisch in seinem West-östlichen Divan den berühmten Satz „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“
Wenn sich ein Autor wie Dirk Stermann der Biographie dieses Giganten widmet, so darf man auf Ironie und liebevoll-schonungslose Zeichnung seines Protagonisten gespannt sein: Als Sohn eines Provinzbeamten wird Joseph Hammer zunächst in Wien zum „Sprachknaben“ und Diplomaten ausgebildet, der bald über die anderen Schüler herausragt und seine Lehrer überflügelt. Doch schon bei seinen ersten Missionen nach Konstantinopel und Ägypten zeigt sich, dass im hierarchischen Beamtenstaat der österreichisch-ungarischen Monarchie Talent nicht alles ist, was zum Vorankommen nötig ist. …