Die Journalistin Alma kehrt nach vielen Jahren zurück nach Triest,
den Ort ihrer Kindheit. Ihr Vater hat ihr ein Erbe hinterlassen,
von dem sie nur weiß, dass Vili es ihr übergeben soll. Vili, ihr
Kindheitsfreund, der in Almas Familie aufwuchs, weil seine
regimekritischen Eltern ihn aus dem serbischen Teil von
Jugoslawien weg und im Westen in Sicherheit wissen wollten.
Almas Vater, selbst aus Jugoslawien stammend, zieht es immer wieder in den Osten, keiner weiss genau, was er im Umkreis von Jossip Tito eigentlich macht. Manchmal darf die kleine Alma ihn zu Zusammenkünften auf die Insel Brioni begleiten, was sie immer mit Stolz erfüllt. Almas Großeltern mütterlicherseits repräsentieren die andere, die altösterreich-bürgerliche Welt der Monarchie und geben Almas Leben eine gewisse Stabilität, die sie auch von der Mutter, die als Pflegerin in der fortschrittlichen Irrenanstalt von Triest arbeitet, nicht so leicht bekommt.
Alma und Vili sind oft sich selbst überlassen und haben viele Freiheiten. Als sie älter werden, erleben sie ihre erste große Liebe miteinander. Doch diese hat keinen Bestand, Vili lässt sich nicht leicht binden, als Fotograf zieht es ihn auch in den Osten, wo nach Titos Tod der Zerfall Jugoslawiens in Nationalstaaten voransschreitet und letztlich in die Balkankriege mündet. Alma folgt Vili nach Belgrad, doch auf welcher Seite steht er eigentlich? Der Krieg ist in Belgrad nicht unmittelbar präsent, aber doch da in all seiner Grausamkeit und Gefahr, das muss Alma schmerzlich erkennen.
In einer ganz eigenen poetisch-dichten Erzählweise gelingt der Autorin, die selbst teils in Triest lebt, ein Porträt der Gesellschaft zwischen Ost und West und der Stadt dazwischen. Sie erinnert an das vergangene Jugoslawien und an die Schrecken der Balkankriege. Trotz Liebesgeschichte ist es vielleicht kein reines Sommer-Wohlfühl-Buch, aber ein berührender Roman zur noch nicht lange vergangenen Zeitgeschichte, der lange nachhallt. (S.R.)
Almas Vater, selbst aus Jugoslawien stammend, zieht es immer wieder in den Osten, keiner weiss genau, was er im Umkreis von Jossip Tito eigentlich macht. Manchmal darf die kleine Alma ihn zu Zusammenkünften auf die Insel Brioni begleiten, was sie immer mit Stolz erfüllt. Almas Großeltern mütterlicherseits repräsentieren die andere, die altösterreich-bürgerliche Welt der Monarchie und geben Almas Leben eine gewisse Stabilität, die sie auch von der Mutter, die als Pflegerin in der fortschrittlichen Irrenanstalt von Triest arbeitet, nicht so leicht bekommt.
Alma und Vili sind oft sich selbst überlassen und haben viele Freiheiten. Als sie älter werden, erleben sie ihre erste große Liebe miteinander. Doch diese hat keinen Bestand, Vili lässt sich nicht leicht binden, als Fotograf zieht es ihn auch in den Osten, wo nach Titos Tod der Zerfall Jugoslawiens in Nationalstaaten voransschreitet und letztlich in die Balkankriege mündet. Alma folgt Vili nach Belgrad, doch auf welcher Seite steht er eigentlich? Der Krieg ist in Belgrad nicht unmittelbar präsent, aber doch da in all seiner Grausamkeit und Gefahr, das muss Alma schmerzlich erkennen.
In einer ganz eigenen poetisch-dichten Erzählweise gelingt der Autorin, die selbst teils in Triest lebt, ein Porträt der Gesellschaft zwischen Ost und West und der Stadt dazwischen. Sie erinnert an das vergangene Jugoslawien und an die Schrecken der Balkankriege. Trotz Liebesgeschichte ist es vielleicht kein reines Sommer-Wohlfühl-Buch, aber ein berührender Roman zur noch nicht lange vergangenen Zeitgeschichte, der lange nachhallt. (S.R.)
Federica Manzon: Alma
Verlag Pfaueninsel Eur(A) 24,70
ISBN: 978-3-69131-006-1

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