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Stürmische Jahre - Die Manns, die Riesers, die Schwarzenbachs von Eveline Hasler

Nicht verpassen: Am 22.4.2016 um 17.00h präsentieren wir "Stürmische Jahre" im Theatermuseum Wien gemeinsam mit  der Autorin Eveline Hasler , dem Theatermuseum und der Schweizer Gesellschaft Wien. Es liest Marianne Nentwich . Ein wunderbares Zeitgemälde der1930er Jahre in Zürich und Wien: Die Familie Mann verließ nach Hitlers Machtergreifung Nazideutschland und lebte ab 1933 am Zürich-See. Klaus und Erika, die älteren Kinder von Thomas und Katia Mann, engagierten sich aktiv in der Antinazi-Kulturszene, exponierten sich politisch, noch lange bevor sich Thomas Mann zu einer öffentlichen Verurteilung der Verbrechen des Dritten Reichs entschließen konnte. Ihre enge Freundin Annemarie Schwarzenbach, Spross einer der illustresten Familien der Deutschschweiz und ebenfalls Literatin, suchte im Haus der Manns Liebe, Geborgenheit und politische Orientierung. Ganz im Gegensatz zu ihrem Cousin James Schwarzenbach, der sich bei den deutsch-schweizerischen Faschisten und Nationals...

Ein Sonntagskind von Jan Koneffke

Pommern 1944. Im letzten Kriegsjahr wird der 17-jährige Konrad Kannmacher zur Wehrmacht eingezogen.Sein Vater, ein im Dritten Reich als Judenfreund verschriener Linker, rät ihm, sich nach Möglichkeit nicht unnötig in den Kriegswirren an vorderster Front zu engagieren und sich bei Gelegenheit abzusetzen. Konrad aber meint, dem Vaterland mit bedingungslosem Ehrgeiz dienen zu müssen, und meldet sich zu Himmelfahrts- und Sonderkommandos. Mit unwahrscheinlichem Glück überlebt der gar nicht besonders draufgängerisch veranlagte Teenager Partisanenkämpfe und Einsätze in Feindesgebiet, im Zuge deren er sogar das Eiserne Kreuz I. Klasse für besondere Tapferkeit verliehen bekommt. Die erlebten und verübten Kriegsgreuel, die verrohten Sitten und Lügen in Zeiten des Kriegs, die Massenflucht aus den östlichen Gebieten, der grausame Tod der Schulkumpel, Verrat, der Verlust der Heimat, all das wird ihn nach Kriegsende zeitlebens prägen. Im völlig umgedrehten Wertekanon empfindet...

Ein Sommer am See von Mariko und Jillian Tamaki (Graphic Novel)

  Jeden Sommer fährt Rose mit ihrer Familie nach Awago Beach. Das kleine Haus am See ist für Rose ein Ort schöner Erinnerungen, ein kleiner Zufluchtsort, ebenso für ihre Ferienfreundin Windy, die den Sommer immer bei ihren Verwandten in der Nachbarschaft verbringt. Doch in diesem Sommer, an der Schwelle zwischen Kindheit und Adoleszenz, ist plötzlich alles anders. Nicht nur kann Rose mit den Kinderspielen von früher nicht mehr viel anfangen, auch fällt ihr auf, dass ihre Eltern Probleme miteinander haben. Sie versteht nicht warum, und weiß nicht, was sie tun soll. Wütend sein? Traurig sein? Sie zur Rede stellen?  Sie schottet sich etwas von ihrer Familie ab und verbringt viel Zeit mit Windy. Die beiden sind fasziniert von dem Leben der Jugendlichen im Ort. Sie beobachten die älteren Teenager, wären selbst gerne schon erwachsen und versuchen Dinge zu begreifen, die sie zwar bemerken, aber noch nicht verstehen können.  Gleichzeitig spitzt sich der familiäre Konflik...

Girl on the train von Paula Hawkins

Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. Jeden Tag fährt Rachel dieselbe Strecke mit dem Zug, und jeden Tag hält der Zug für fünf Minuten an der gleichen Stelle der Gleise. Jeden Tag sieht sie die beiden, Jess und Jason, wie sie die vertrauten Fremden zu nennen pflegt. Fünf Minuten eines perfekten Lebens, jeden Tag, bis sie eines Tages etwas Schockierendes beobachtet. Kurz darauf berichten die Zeitungen von einer verschwundenen Frau - „Jess“. Rachel weiß, sie muss ihre Beobachtung der Polizei melden, was sie nicht weiß ist, wie tief sie sich in alldem verstricken wird, und wie sehr sie sich auch ihren ganz persönlichen Problemen stellen werden muss. Ein spannender Thriller, der sich durch sein originelles Setting und seine überraschenden Wendungen von anderen problemlos abhebt. Rachel ist alles andere als eine durchschnittliche Protagonistin und gibt dem Roman durch ihren interessanten Charakter noch mehr Persönlichkeit. Erzählt aus drei Perspektive...

Anatomie der Wolken von Lea Singer

Dezember 1809: Geheimrat Goethe ist fast 60 und der berühmteste Schriftsteller seiner Zeit. Durch seine Beschäftigung mit den Naturwissenschaften ist er gleichzeitig das Universalgenie der Klassik schlechthin. Auch wenn sein neuester Roman in den Salons gerade als unmoralisch zerrissen wird ... Caspar David Friedrich hingegen, der Seifensiedersohn ohne Manieren, des Schreibens nur mangelhaft fähig und kommunikationsscheu, kann von seiner Malerei mehr schlecht als recht leben. Einige Jahre zuvor hat Goethe ihm zu einem Preis des Weimarer Kunstwettbewerbs verholfen. Jetzt hat Friedrich ein Gedicht Goethes gemalt und wünscht sich nichts sehnlicher als eine Begegnung mit ihm. Was die beiden verbindet, ist die Leidenschaft zu den Wolken, doch mit völlig verschiedenen Ansätzen. Eine Malerfreundin arrangiert schließlich ein Treffen, doch da prallen Welten aufeinander ... In knappen Sätzen und pointierten Dialogen versteht es Lea Singer wie immer meisterlich, eine Epoche und ihr...

Agfa Leverkusen von Boris Hillen

Eine humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Geschichte zwischen Orient und Okzident, zwischen den 1970ern und der Gegenwart. Kishone, Fotoladenbesitzer im indischen Pushkar, bricht 1977 mit seinem Freund Amitabh in den Westen auf. Ziel der wochenlangen Motorrad-Reise sind die Agfa-Werke im deutschen Leverkusen, wo Kishone die Kunst der Farbfotografie erlernen möchte. Über Afghanistan und Iran gelangen sie nach Istanbul, wo Kishone sich in die US-amerikanische Journalistin Joan verliebt, eine Campus-geschulte Feministin aus der Woodstock-Szene. Stück für Stück erschliesst sich die Geschichte dieser ungleichen Liaison, auch im Rückblick, durch die Recherchen von Joans Tochter Saxona, die im Deutschland der Gegenwart lebt. Saxona fährt ein Vierteljahrhundert später umgekehrt mit dem Motorrad in die umgekehrte Richtung nach Indien, um ihre Herkunft zu ergründen. Ost und West geraten in vieler Hinsicht aneinander: In Teheran feiert knapp vor der islamischen Revolution der US-Geh...

Altes Land von Dörte Hansen

In Reiseführern wird die Landschaft „Altes Land“ hinter Hamburg als das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Mitteleuropas und beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer und Elb-Touristen beschrieben. Hier beginnt die Geschichte im Jahr 1945, als Flüchtlinge aus Ostpreußen das Land überschwemmen. Hildegard von Kamcke und ihre kleine Tochter Vera werden nur widerwillig auf dem Bauernhof der Ida Eckhoff aufgenommen. Apfel- und Kirschbäume geben das Gepräge des bäuerlichen Lebens. Hildegard hält es dort als Gedulde nicht aus. Auf der Suche nach neuem Lebensglück lässt sie Vera bei Ida zurück und geht nach Hamburg. 60 Jahre danach steht Veras Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn Leon vor der Tür, geflüchtet aus ihrer gescheiterten Ehe, der dominanten Mutter und dem abgehobenen Hamburger Lebensstil. So verschieden Vera und Anne auch sind, haben sie doch einiges gemeinsam : Beide leiden an ihrer Vergangenheit und fühlen sich nirgendwo zu Hause …  bis sie beginnen,...