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Anna und Anto von Gerlis Zillgens

Einen Zwillingsbruder zu haben, ist nicht immer lustig, vor allem nicht, wenn man 14 Jahre alt und Hals über Kopf in dessen besten Freund Maxim verliebt ist. Natürlich kann Anna nie mit Antos bestem Freund alleine sein, obwohl sie sich das so sehr wünschen würde. Vielleicht zu sehr... denn nachdem sie bei ihrer Oma einschläft, wacht sie in Maxims Zimmer auf - im Körper ihres Bruders!! Auf diese Art und Weise wollte sie Maxim sicher nicht nahe sein. Wie soll sie die Projektwoche mit ihm als Partner überstehen, wenn sie so tun muss, als wäre sie ihr Bruder? Und was passiert, wenn Anto in ihrem Körper in die Schule geht? Das Buch hat mich während des Lesens zum Lachen gebracht und ist daher eine absolute Leseempfehlung für Mädchen und Jungs ab 11 Jahren. "Anna und Anto" ist voller schräger und lustiger Situationen und geht dennoch etwas in die Tiefe. Nicht nur die erste Verliebtheit spielt eine Rolle, auch Freundschaft und vor allem die Geschwisterbeziehung stehen im Vor...

Morgen ist woanders von Elisabeth Etz

„Weglaufen in der eigenen Stadt“ Der 17jährige Jakob will nach einem Streit mit seinem Stiefvater nur noch weg von zu Hause, doch wohin? Der Kontakt zu Jakobs leiblichem Vater beschränkt sich seit Jahren auf ein Paket zu Weihnachten, und doch versucht er, bei ihm unterzukommen. So einfach ist das aber nicht, die beiden sind einander fremd und da gibt es ja noch noch die neue Familie. Wohin also? Im Internet findet er eine Plattform, die Reisenden Mitwohngelegenheiten anbietet. Warum nicht in der eigenen Stadt Tourist spielen und sich so kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten verschaffen? Schnell ist ein Name und eine Geschichte ausgedacht. Jakob verwandelt sich in den Schotten Jeremy und eine abenteuerliche Tour durch Wien beginnt. Anfangs läuft es sehr gut. Doch es ist anstrengend,immer zwischen Jakob, der pünktlich um 8 Uhr in der Schule sein muss, und dem Touristen Jeremy hin und her zu switchen. Daheim lässt er sich nur noch zum Sonntagsessen blicken und um Dinge zu holen, ...

Alles, was wir sind von Lara Prescott

 Dieser Roman erzählt die Entstehung des Doktor Schiwago, wofür Boris Pasternak den Nobelpreis bekommen hat. Bemerkenswerterweise spielen dabei Frauen wichtige Rollen, und sie bekommen jetzt als unbedankte Heldinnen, die zum Gelingen dieses Klassikers der Literatur beigetragen haben, ihren Stellenwert. Dem sowjetischen Regime ist Boris Pasternak als Regimekritiker ein lästiger Zeitgenosse, und auch wegen seines Doppellebens zwischen Ehefrau und Olga lwinskaja, seiner Gelieben, ein Dorn im Auge. Um die Fertigstellung seines ,,Dr.Schiwago" zu verhindern, wird Olga verhaftet, bleibt im Verhör standhaft und verbringt unter unmenschlichen Bedingungen drei Jahre im Gulag. Weiterhin arbeitet sie nach ihrer Freilassung mit ihm zusammen an seinem neuen Roman, macht sich als Sekretärin und Managerin unentbehrlich. Immerhin ist sie darin als,,Lara" verewigt. Der Westen bekommt Wind von seinem Werk, und ein bekannter italienischer Verleger kann Pasternak dazu überreden, sein Manusk...

Der Hammer von Dirk Stermann

Joseph von Hammer-Purgstall war einer der wirkmächtigsten Orientalisten der Geschichte. Seine Übersetzungen brachten die literarischen Schätze des Nahen und Mittleren Ostens in die europäischen Bibliotheken und von dort in die ganze Welt. Goethe, tief beeindruckt von Hammer-Purgstalls Übertragungen, schrieb euphorisch in seinem West-östlichen Divan den berühmten Satz „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“ Wenn sich ein Autor wie Dirk Stermann der Biographie dieses Giganten widmet, so darf man auf Ironie und liebevoll-schonungslose Zeichnung seines Protagonisten gespannt sein: Als Sohn eines Provinzbeamten wird Joseph Hammer zunächst in Wien zum „Sprachknaben“ und Diplomaten ausgebildet, der bald über die anderen Schüler herausragt und seine Lehrer überflügelt. Doch schon bei seinen ersten Missionen nach Konstantinopel und Ägypten zeigt sich, dass im hierarchischen Beamtenstaat der österreichisch-ungarischen Monarchie Talent nicht alles ist, was zum Vorankommen nöt...

Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte von Dita Zipfel

Als Lucie ihren neuen Job als Hundesitterin bei dem alten Herrn Klinge antritt, merkt sie schnell, dass dieser alles hat - nur keinen Hund. (wahrscheinlich eher einen Vogel) Anstatt Gassi zu gehen, soll sie seine Ghostwriterin für ein eigenartiges Kochbuch werden. Die Gemüserezepte (Tomaten sind Drachenherzen?!) sind streng geheim und angeblich Zauberrezepte. Die 13jährige Lucie würde ja vielleicht darüber nachdenken, nicht für einen Verrückten zu arbeiten, aber sie braucht das Geld dringend. Immerhin ist Michi, der neue unsympathische Freund ihrer Mutter, gerade dabei, bei ihr zu Hause einzuziehen und das möchte sie nicht mehr live erleben. Sie hat andere Pläne! Aber vielleicht probiert sie vorher doch noch Herrn Klinges Liebestrank aus... "Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte" ist ein unterhaltsamer, aber auch mit klugen Gedanken geschmückter und gut geschriebener Jugendroman. Die Illustrationen von Rán Flygenring passen wunderbar zu der Geschichte und sind beim Le...

Skim von Jillian und Mariko Tamaki

Skim ist 16 und angehende Wicca-Hexe. An der privaten Mädchenschule, die sie besucht, fühlt sie sich fremd, und selbst ihre beste Freundin Lisa nervt sie. Als der Exfreund einer Klassenkameradin sich das Leben nimmt, bricht an der Schule der Bewältigungs- und Präventionswahnsinn aus. Nichts, was sie etwas angehe, findet Skim, die in ihrem ganz persönlichen Gefühlschaos steckt, seit sie sich nach der Schule heimlich mit ihrer Neo-Hippie-Englischlehrerin Miss Archer trifft. In diesen verwirrenden Zeiten ist Skims Tagebuch ihr treuester Begleiter… Sexuelle Identität, Liebe, Depression, Cliquendrama und Gruppenzwang – „Skim“ beschreibt das Teenagerdasein in all seiner Komplexität und gewährt einen authentischen Einblick in die Welt und den Herzschmerz einer Sechzehnjährigen. (Inhaltsangabe Reprodukt Verlagsseite) Wieder mal haben mich die atmosphärischen Zeichnungen von Jilllian Tamaki ( Ein Sommer Am See ) in den Bann gezogen! Gemeinsam mit der Autorin und Filmemacheri...

Der große Garten von Lola Randl

Auf Empfehlung ihres Psychoanalytikers, ein Gartenbuch zu schreiben, zieht die Autorin zur Mutter, einer Gartenarchitektin, aufs Land. Mit dem Notizbuch in der Hand fragt sie ihre Mutter, ob der Same einer Pflanze das sei, was beim Menschen der Embryo ist. Und die Mutter schüttelt über das Vorhaben ihrer Tochter nur den Kopf. Diese lässt sich jedoch nicht beirren und füllt ihr Notizbuch mit ihren täglichen laienhaften Beobachtungen, Ihre kleinen Skizzen zu gärtnerischen Gedanken ufern aus. Immerhin muss sie sich auch mit Mann und Kind, einem Liebhaber, neugierigen Nachbarn, hinzu gereisten Weltverbesserern und Geschäftemachern aus der Großstadt auseinandersetzen. So spannt sich der Bogen ihrer Gedanken über gärtnerische Übungen hin zum ,,Großen Garten" aller Kreatur am Beispiel dieses Brandenburgischen Dorfes. Als Kostprobe hier das Kapitel über die Midlife-Crisis auf Seite 95 als eines von vielen Schmunzelerlebnissen: ,,Midlife-Crisis meint den psychischen Zustand der...